Vorbehalte bezüglich Hypnose

Bierzelt und Kino contra Therapiemethode?

Die Nutzung der Hypnose als Therapiemethode ist vielen Menschen noch gänzlich unbekannt.

Durch viele Gespräche über Hypnose, welche ich mit Menschen bereits geführt habe, zeigt sich mir, dass viele die Hypnose nur vom Fernsehen, von Kinofilmen oder von den berühmt berüchtigten Showhypnosen in irgendwelchen Bierzelten her kennen.

Viele Menschen haben die Vorstellung, dass sie dem Hypnotiseur wehrlos ausgeliefert sind, dieser auf sie Macht ausüben könnte und sie willenlos alles mit sich machen lassen, was der Hypnotiseur möchte. Dem ist nicht so.

Das Unterbewusstsein schützt einen jeden von uns vor Suggestionen, die nicht unserem Wertegefühl entsprechen.

Was sind Suggestionen?

Als Suggestion bezeichnet man unmittelbar wirkende Eingebungen auf das Unterbewusstsein durch den Hypnotisierenden mit der Folge, dass die Manipulation nicht wahrgenommen wird oder zumindest temporär für das Bewusstsein nicht nachvollziehbar ist.

Sie wird im Wachzustand wie eine Art „Eingebung“ wahrgenommen.

Hier ein kleines Beispiel:

Eine Klientin möchte gerne abnehmen, kann sich aber beim Anblick des vollen Süßigkeitenregals nicht zurückhalten und isst wahllos eine Menge Süßigkeiten.

In der Hypnose suggeriere ich ihr beispielsweise, dass sie genau in diesen, für sie sehr schwer zu kontrollierenden Momenten, zuerst tief atmet, innerlich zur Ruhe kommt und dann den Impuls wahrnimmt, jetzt ein Glas Wasser zu sich nehmen zu wollen und darüber hinaus den Wunsch nach diesen Süßigkeiten vergisst.

Die Klientin wird in der nächsten auftretenden Situation zuerst tief ein- und ausatmen und dann den Impuls spüren, zur Wasserflasche greifen zu wollen. Dass sie tief geatmet hat, oder dass sie die Süßigkeiten total vergessen hat, ist ihr in diesem Moment gar nicht bewusst – vielleicht fällt ihr das später auf.

Eine Vertrauensbasis ist unerlässlich

Ein vertrauenswürdiger Hypnotherapeut bespricht im Vorfeld der Hypnosesitzung, welche Suggestionen er als sinnvoll erachtet und gemeinsam entscheidet der Klient mit dem Hypnotiseur, welche auch tatsächlich angewendet werden.

Ohne dieses Vertrauen zum Therapeut wird es schwierig bis fast unmöglich eine sinnvolle und effektive Sitzung mit gutem Ergebnis durchzuführen.

Diese Vertrauensverbindung zwischen Klient und Hypnotherapeut setzt sich auch während der Hypnose selbst fort und wird „Rapport“ genannt. Sollte der Therapeut von seinen besprochenen Suggestionen abweichen und Dinge suggerieren, die mit dem Wertegefühl des Klienten nicht übereinstimmen, dann verliert der Therapeut den Rapport. Der Klient „fällt“ aus der Trance und wacht aus der Hypnose auf.

Und wie war das nochmal bei der Showhypnose?

Bei der Showhypnose wird mit Menschen gearbeitet, die sich freiwillig zur Verfügung stellen.

Damit ist schon mal der erste Punkt zur Hypnose gegeben: die Bereitschaft.

Und auch der zweite Punkt wird meist schon erfüllt: das nötige Vertrauen.

Diese Personen lassen sich auf die Hypnose ein, wohlweislich dessen, dass sie sich dort lächerlich machen können. Sie wissen was auf sie zukommt und lassen sich bewusst darauf ein, ein spektakulärer Mittelpunkt einer tollen Show zu werden.

Die suggerierten Effekte der Show widersprechen daher nicht ihrem Wertesystem.

Würde jedoch einer von ihnen im Zustand der Trance zu einem Verbrechen aufgefordert werden, würde sich auch dieser Mensch weigern. Der „Rapport“ würde reissen und die Trance wäre beendet, da das Unterbewusstsein dem Hypnotiseur umgehend das ihm entgegen gebrachte Vertrauen entziehen würde.

Das Unterbewusstsein – ein schlauer Wächter

Dein Unterbewusstsein wacht also über Dich und lässt Dich nur solche Wege gehen, die Du auch wirklich bereit bist zu gehen!

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